Dialektik

Zweitausend Jahre bestand der Fächerkanon der europäischen Schulen aus den Sieben Freien Künsten. Eine davon, die ein hohes Ansehen genoss, ist die Dialektik. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts geriet sie zunehmend aus dem Blick der Öffentlichkeit. Die Dialektik beinhaltete die Logik und, was lange vergessen worden ist, die europäische Psychologie.

Während vieler Jahrhunderte herrschten im Abendland Dogmen und Diktaturen und ließen wenig Raum für Überzeugungskommunikation. In diesen Epochen wurde befohlen und Gehorsam verlangt. Insofern schlummerten die Dialektik und die Rhetorik weitgehend und wurden allenfalls in akademischen Disputationen als Schulübungen oder für die Verfassung von Texten und Urkunden angewandt. Die akademische Rhetorik blieb sogar weit bis ins 20. Jahrhundert auf reine Textanalyse beschränkt.

Die Rhetorik tauchte dann schon früher in Managementkursen auf als die Dialektik. Sie wurde schon von Aristoteles als die „grobe Form der Dialektik“ bezeichnet. In den 1970er Jahren erreichte dann aber die Dialektik in Managementtrainings und durch das Buch „Dialektik für Manager“ von Prof. Rupert Lay, einem Jesuitenpater, ebenfalls das obere Management in großer Breite. Dialektikseminare sind seitdem ein Muss im Premiumsegment einer guten Managementausbildung.

Die Dialektik ist keine simple und leicht populär zu machende Kommunikationstechnik für jedermann, sondern besteht auf der geistigen Durchdringung komplexer Sachverhalte, logisch schlüssiger Argumentation und einem nachhaltigen Vertrauens- und Beziehungsmanagement.

Die wenigen Anbieter, die Kunst und Technik der Dialektik in ihren Dialektik-Seminaren auf entsprechend hohem Niveau vermitteln, stehen auf dem Boden der über 2000jährigen durch Platon begründeten Tradition der Dialektik. Dr. Winfried Prost, Gründer und Leiter der Akademie für Ganzheitliche Führung, arbeitete mehrere Jahre mit Rupert Lay, der sich bereits seit einigen Jahren zurück gezogen hat, zusammen und leitet mittlerweile im 33. Jahr Dialektikseminare für Führungskräfte. Er sagt: „Seit mir klar wurde, dass die Dialektik die Schlüssel zum Verstehen, Überzeugen und Führen anderer Menschen beeinhaltet, fasziniert mich diese Vision und hat mich zum Menschenversteher, Profiler und Coach werden lassen. Indem ich Führungskräften mit Hilfe der Dialektik die Augen für essentielle neue Wahrnehmungen von Personen und Verhandlungsprozessen öffne und ihnen die Werkzeuge für intelligente Kommunikation vermittle, schaffe ich ihnen neue Optionen für erfolgreicheres Verhandlungen und nachhaltiges Überzeugen.“